Prädikat: Künstlerisch wertvoll.
Landschafts- und Kunstgenuss vereinen – das ist auf der Schmittenhöhe in Zell am See längst mit der Galerie auf der Piste gelungen. Zahlreiche überdimensionale Skulpturen sind entlang der Pisten und Wanderwege zu entdecken.
Galerie auf der Piste - unter diesem Motto wurde auf der Schmittenhöhe einer der größten Kunsträume Europas geschaffen. Das Areal, auf dem die mehr als zwanzig Großskulpturen in einer permanenten Ausstellung zu sehen sind, umfasst 180 ha und dehnt sich über den gesamten Berg aus. Die Künstler aus Österreich, Deutschland und Italien arbeiteten in vier Symposien (1995, 1998, 2001 und 2006) an den monumentalen Werken, die vorwiegend aus Holz bestehen. Kunst ist auf der Schmittenhöhe nicht nur dem Fachpublikum vorbehalten, sondern von der Entstehungsphase bis zur Positionierung in der Natur als unmittelbarer Event erlebbar. Die Vielschichtigkeit technischer Bearbeitungsmöglichkeiten und die künstlerische Interpretation in formal unterschiedlichen Richtungen sind vor Ort zu sehen. Die Skulpturen liegen im Winter am Rand zahlreicher Pisten und für Winterwanderer sind einige auf dem präparierten Winterwanderweg zu erreichen.
Im Sommer führen leicht begehbare Wanderwege zu den Kunstwerken.
HÖHENLUFT
LandArt-Projekte auf der Schmittenhöhe in Zell am See –
22. Juni bis 6. Juli 2012
In diesem Jahr geht die Schmittenhöhebahn in Zell am See einen weiteren Schritt im Bereich der Kunst. Nach vier Symposien, bei denen von 1995 an fast dreißig monumentale Arbeiten auf dem Berg entstanden sind, wird das diesjährige Symposion mit drei Landart Projekten eine neue skulpturale Dimension erhalten.
Zwei Künstlerinnen aus Italien und Spanien und ein Künstler aus Deutschland, haben zwei Wochen lang raumgreifende Installationen auf dem Berg erschaffen. Schwerpunkt ihrer Arbeit war die harmonische Integration von Kunstwerken in die vorhandene Landschaft. Es wurden drei sehr unterschiedliche Projekte geplant. Jedes hat die Absicht, den Blick auf die Natur zu schärfen. Die Skulpturen sind speziell für die jeweiligen Plätze konzipiert und wurden vorwiegend direkt vor Ort realisiert.
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Erika Inger aus Lana / Südtirol beschäftigt sich für ihr Projekt auf der Schmittenhöhe, mit verschiedenen Traditionen der Alpenländer. Sie verwendet Naturmaterialien und transformiert diese künstlerisch zu Wegzeichen und Skulpturteppichen, die analog zu Klangteppichen, den Raum überziehen. Für die Schmittenhöhe hat sich die Bildhauerin das Thema „STOANERNE FRAUEN UND MANDERLAIT“, unter Wanderern als „Steinmännchen“ bekannte Wegzeichen, ausgesucht. Sie transformiert die Zeichen in ein ortsbezogenes Environment. Dafür sucht sie sich einen in der Natur markanten Ort aus. In diesem Fall eine Senke im Gebirge, geographisch als „Sattel“ bezeichnet, die für Übergänge von einem Naturraum in den nächsten genutzt wird.
Mit flächig ausgebreiteten Steinsetzungen markiert sie diese Übergangssituation. Die geschichteten Steinsäulen werden mit Erde aufgefüllt, damit sich Pflanzen und Tiere einnisten können. Das Kunstwerk erstreckt sich über eine Fläche von zirka 20 auf 25 Meter.
Die künstlerische Arbeit von Erika Inger zeichnet sich durch eine intuitive Harmonie mit der Landschaft aus, wobei sie durchaus strenge, geordnete Muster einsetzt, die sich wie ein Tuch über die Landschaft legen, mit ihr eine Einheit bilden und ihr eine neue Textur verleihen. „Natur und Kunst ergänzen sich für mich wie Rhythmus und Klang“, sagt die erdverbundene Künstlerin, die bei ihren Recherchen beobachtet und hinterfragt und sich mit den besonderen Formen der alpenländischen Natur auseinandersetzt. Die auf ihre Weise erkundeten Phänomene setzt die Bildhauerin mit Naturmaterialien um und erreicht damit eine synäs-thetische Wirkung mit einer Klangwelt, deren alpenländischen Wurzeln sie auf der Spur ist. Zu finden sind die Skulpturen nahe der Sonnkogel Bergstation.
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Anno Sieberts sieht die organische Natur als Vorbild seines künstlerischen Schaffens. Er entnimmt Lebewesen oder physischen Phänomenen Strukturen, die er als formgebende Muster auf sein bevorzugtes Material, den Stein, überträgt und so Skulpturen schafft, die ein Déjà -vu hervorrufen, aber keine Nachahmung sind, sondern eine erweiterte Neuauflage der Wirklichkeit.
Mit seiner Arbeit auf der Schmittenhöhe, beim Speicherteich Brunnermais (dort wo bereits die Zelle im See schwimmt), verweist der Künstler auf „SPUREN - TRACES“ in der Landschaft. Mit dieser Landschaftskunst visualisiert der Bildhauer aus Ettenheim bei Freiburg / Deutschland die Eindrücke des Naturbetrachters, der seinen Blick über Felsen, Bäume und der Landschaft inhärente Elemente schweifen lässt. Mit seinem Handwerkszeug spürt der Künstler den Blicken nach und meißelt bänderförmige Spuren in Steine und Baumstümpfe und macht damit nachvollziehbar, was dort in der Bergwelt passiert: „Alles, was du betrachtest, hinterlässt Spuren in dir und du selbst hinterlässt Spuren, wo immer du dich bewegst“, sagt der Künstler. Mit dieser Aussage wirft er durchaus auch einen kritischen Blick auf den Umgang des Menschen mit der Natur. Diese Arbeit auf dem Berg reiht sich ein in einen Werkzyklus des Bildhauers, der den Begriff Zeit zum Thema hat. Dabei verkürzt er quasi im Zeitraffer die Erosion indem er seinem Arbeitsmaterial markante und spezifische Spuren zufügt.

Matilde Grau, Künstlerin und Kunstdozentin aus Barcelona untersucht ihre künstlerischen Themen mit allem was ihr zur Verfügung steht und findet dabei neue Verbindungen zwischen den Lebensbereichen. Auch solche, die ungewohnt und irritierend wirken können. So platziert die Künstlerin unter dem Titel „PER ARBORE AD ASTRA“ (lat. Vom Baum zu den Sternen) zwei überdimensionale Tassen in einen Baum, der an einer Wegkreuzung steht, und von der Sonnkogelbahn aus auch von oben zu sehen sind. Die Tassen sind aus Steinzeug geformt und werden mit Temperaturen bis 1250 Grad Celsius gebrannt. Die Tassen werden zunächst mit weißer Glasur und dann mit einer Bemalung gebrannt, die an manch’ Einzelstück aus Großmutters Geschirrschrank erinnert. „Solche Preziosen finden sich in nahezu jedem Haushalt“, sagt die Katalanin. „Diese Dinge nehmen einen bestimmten Platz ein, auch in der Erinnerung der Menschen.“ Sie selbst hege und pflege einige solcher Erbstücke, denen sie einen besonderen Platz zugewiesen hat, selbst wenn sie nicht mehr benutzt werden. Die Künstlerin beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit „Tassen“ und untersucht diese aus allen möglichen Perspektiven. Das Kunstwerk wird in den Ästen einer großen Buche auf der Schmittenhöhe installiert – einem Nest gleich, das sich in die Struktur des Baumes einfügt und dennoch eine irritierende Wirkung haben wird. Als Bemalung hat die Künstlerin Blumen in weichen, sonnigen Farben ausgesucht, die der rauen Bergwelt auch im Winter wohligen Charme verleiht.
Zur Bildergalerie der Kunstwerke und der Eröffnungsfeier am 6. Juli 2012
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Schmitten Seilbrunnen 2011
Der Seilbrunnen ist eine Skulptur der Künstlerin Erika Inger aus Italien - Südtirol und des Künstlers Wolfgang Wohlfahrt aus Österreich - Kärnten.
Die Ästhetik des Brunnens ist der Umgebung einer gebirgigen Landschaft, nachempfunden. Er fungiert als Konzentrationspunkt und ist ein Merkmal des Angekommenseins im Jetzt.
Das Kunkstwerk ist ein Versuch Architektur, Technik, Wissenschaft, Kunst und Natur miteinander in Übereinstimmung zu bringen.
Für die Skulptur "Seilbrunnen" wurden ca. 1.600 Meter an gebrauchten Stahlseilen der Schmittenhöhebahn AG verwendet.




