Kapitän Norbert im Gespräch über die Flotte der Schmittenhöhebahn AG

· Schmitten Allgemein

Die MS Schmittenhöhe, die „Kaiserin Elisabeth“, die MS Großglockner und das Nostalgieschiff „Libelle“ bilden zusammen die Schifffahrtsflotte der Schmittenhöhebahn AG. Kapitän Norbert ist schon seit fast 25 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Im Gespräch erzählt er über seine berufliche Laufbahn und über das Nostalgieschiff „Libelle“, das bereits seit 75 Jahren am Zeller See unterwegs ist.

Wie lange bist du schon bei der Schmittenhöhebahn, und wie ist dein Werdegang?

Begonnen habe ich im Januar 1998 als Saisonen-Bediensteter bei der Areitbahn. 2006 erhielt ich dann von der Schmittenhöhebahn AG das Angebot, als Fixangestellter im Sommer bei der Schifffahrt zu arbeiten. Das „Kapitänspatent“ absolvierte ich nach zweijähriger Ausbildung im Mai 2008. Seit 2010 bin ich Gruppenleiter-Stellvertreter der Abteilung „Schifffahrt“.

Wie sieht ein Arbeitstag bei dir aus? Welche Aufgaben stehen auf deiner To-do-Liste?

Ungefähr eine viertel Stunde vor Dienstbeginn treffen sich alle Mitarbeiter, um die anstehenden Aufgaben zu besprechen. Danach werden die Mannschaften für das jeweilige Schiff eingeteilt. Um 09:30 Uhr starten die fahrplanmäßigen Rund- beziehungsweise Überfahrten.

Nach der letzten Tour werden die Schiffe ins Bootshaus gesteuert. Danach kontrolliert jeder Kapitän nochmals die technische Anlage des jeweiligen Schiffes. So wird sichergestellt, dass die Schifffahrtsflotte am nächsten Tag wieder einsatzfähig ist. Dienstschluss ist normalerweise gegen 19:00 Uhr. Bei Sonderfahrten oder außerplanmäßigen Arbeiten kann es auch etwas länger dauern.

Zu meinem Aufgabenbereich zählen außerdem folgende Punkte:

  • Unterstützung des Gruppenleiters sowie die Ausarbeitung von Dienstplänen
  • Erstellung von Bestelllisten 
  • tägliche Kontrolle der Flotte und deren Anlagen auf ihre Funktionstüchtigkeit
  • Während der Fahrten bin ich wie jeder Kapitän für die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung verantwortlich.
  • Überprüfung sowie gegebenenfalls Reparaturen oder Sanierungen von Anlagen und Schiffen während der Revisionszeit

Durch welche Besonderheiten zeichnen sich die Schiffe aus?

An Bord unserer Schiffe erleben alle Fahrgäste eine Tour ganz nach dem individuellen Geschmack: Ob Nostalgieliebhaber oder Technikbegeisterte, für alle ist das Richtige dabei.

Unser Touren-Angebot umfasst sowohl halbstündliche Überfahrten als auch einstündige Rundfahrten. Außerdem finden immer wieder Sonderfahrten mit kulinarischer Begleitung statt.

Das Nostalgieschiff „Libelle“ feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Jubiläum: Wie haben sich das Schiff und Fahrten darauf im Laufe der Zeit verändert?

Unsere „Libelle“ trat am 25. Oktober 1947 ihren Dienst als Überfahrtsschiff an. Sie brachte Passagiere von Thumersbach nach Zell am See und wieder zurück. Im Jahr 1972 löste die MS Großglockner die „Libelle“ als Überfahrtsschiff ab. Seitdem wird das Nostalgieschiff ausschließlich für Ersatz- und Sonderfahrten wie beispielweise für Hochzeiten eingesetzt.

Optisch gesehen, ist die „Libelle“ bis auf geringfügige Abweichungen der Farben unverändert am Zeller See unterwegs. Lediglich die zulässige Tragkraft hat sich 1995 von 60 auf 30 Personen reduziert.

Umweltschonend unterwegs: Wie alle Schiffe der Flotte wird die „Libelle“ mit synthetischem Kraftstoff betrieben. Dieser ist viel emissionsärmer als herkömmlicher Diesel und somit eine umweltfreundlichere Alternative.

Wo und von wem wurde die „Libelle“ gebaut?

Die Fertigung des genieteten Stahlrumpf des Schiffes erfolgte 1929 gefertigt in der Bodenseeregion. Nach dem zweiten Weltkrieg kaufte die Stadtgemeinde Zell am See den Schiffsrumpf. Der Aufbau des Schiffes am Bauhof in Zell am See geschah in nur fünfeinhalb Monaten.

Am 16. Oktober 1947 wurde das Motorboot erstmals zum See gebracht und zu Wasser gelassen.

Wie regelmäßig ist die „Libelle“ im Einsatz im Vergleich zu anderen Schiffen?

Heute kommt die „Libelle“ nur noch für Nostalgiefahrten, Hochzeiten oder Taufen zum Einsatz. Wie alle Oldtimer braucht dieses Schiff mehr Pflege und Wartung als neuere Modelle.

Auch die Beschaffung von Ersatzteilen ist viel schwieriger. Zum Teil sind diese nicht mehr käuflich zu erwerben und müssen maßgefertigt werden.

Hast du ein Lieblingsschiff und wenn ja, warum?

Für mich hat jedes Schiff seine Reize und Besonderheiten. Ich selbst steuere hauptsächlich die MS Schmittenhöhe.
Gruppenleiter der Schifffahrt ist Kapitän Toni. An Bord welchen Schiffes er das Steuer in der Hand hält, erzählt er uns im Interview.

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