Kein Motorengeräusch, keine Emissionen, nur Wasser, Berge und Stille: Ab Juli 2026 gleitet ein neues Elektroschiff nahezu lautlos über den Zeller See. Damit kehrt ein Stück Technikgeschichte zurück: Schon 1907 stach das erste Elektro-Passagierboot der österreichisch-ungarischen Monarchie, die „Franz Ferdinand“, in See. Knapp 120 Jahre später schreibt die Schmittenhöhebahn AG nun das nächste Kapitel: Das neue Schiff der Flotte verbindet markantes Design mit elektrischem Antrieb.
Seine erste Reise legte das neue Elektroschiff schon zurück, bevor es am Zeller See zu Wasser gelassen werden konnte. Von der Lux-Werft am Rhein, wo es gebaut wurde, ging es gemeinsam mit einem Überstellungsteam der Werft sowie den Kapitänen Norbert Mayr und Matthias Loipold zunächst auf dem Wasserweg bis nach Linz. Dort traf das Schiff am 6. Mai planmäßig ein.
Nach der Verladung auf Schwertransportfahrzeuge begann der nächste Abschnitt: eine logistische Meisterleistung über mehrere Nächte hinweg. Das Salzburger Transportunternehmen Knoll Logistik GmbH & Co KG brachte das Schiff in Zusammenarbeit mit der Felbermayr Transport- und Hebetechnik GmbH & Co KG nach Zell am See. Ein Sondertransport übernahm den Hauptteil des Schiffes, zwei weitere LKW beförderten die restlichen Komponenten.
Am Morgen des 12. Mai erreichte das neue Elektroschiff schließlich seinen Bestimmungsort in Thumersbach, wo es erfolgreich zu Wasser gelassen wurde und ab Ende Juni für die Gäste am Zeller See unterwegs sein wird.
Was viele nicht wissen: Die Geschichte der Elektroschifffahrt am Zeller See reicht weit zurück. Bereits im Jahr 1907 ging mit der „Franz Ferdinand“ das erste elektrische Passagierboot der österreichisch-ungarischen Monarchie in Betrieb. Drei Jahre später folgte die „Großglockner“ als zweites Elektromotorboot.
Im Laufe der Jahrzehnte lösten Dieselmotoren die elektrischen Antriebe ab. Mit dem neuen Elektroschiff knüpft die Schmittenhöhebahn AG nun wieder bewusst an diese Tradition an. Die emissionsfreie Schifffahrt kehrt dorthin zurück, wo sie vor fast 120 Jahren begann.
Rund zwölf Monate dauerte die Schiffsentwicklung vom ersten Konzept bis zum fertigen Plan. Von Anfang an war klar: Es soll nicht nur funktional überzeugen, sondern auch optisch ein Blickfang sein.
Dafür sorgte die Zusammenarbeit mit dem Studio F. A. Porsche in Zell am See, das dem Schiff eine eigenständige Designsprache mit hohem Wiedererkennungswert verlieh. Besonders markant ist dabei die optische Gestaltung. Die Entwürfe wurden gemeinsam mit der Lux-Werft auf technische Umsetzbarkeit geprüft und dann Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Der elektrische Motor macht den wohl größten Unterschied im Vergleich zu den anderen Schiffen der Zeller Flotte. Das Batteriesystem mit etwa 700 kWh Gesamtkapazität ermöglicht bis zu zehn Stunden durchgehenden Betrieb. Geladen wird über Nacht im Bootshaus.
Während der Fahrt entstehen keinerlei Emissionen – ein großer Vorteil, besonders im sensiblen Bereich rund um die Esplanade. Der benötigte Strom stammt ausschließlich aus erneuerbarer Energie der Salzburg AG. So fügt sich das Schiff nahtlos in die nachhaltige Unternehmensphilosophie der Schmittenhöhebahn AG ein.
Eine Fahrt mit dem neuen Elektroschiff lässt sich optimal mit einem Besuch auf der Schmittenhöhe kombinieren: Am Vormittag erleben Sie den Gipfel, am Nachmittag gleiten Sie entspannt über den See. Die aktuellen Fahrpläne und Buchungsmöglichkeiten für Rund- und Charterfahrten finden Sie in unserem Schifffahrtsbereich.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.